Aus der Dorfgemeinschaft heraus wurde schon seit längerer Zeit der Wunsch laut, eine würdige Gedenkstätte zu schaffen. Besonders Karl Hülser als Vorsitzender des Denkmalausschusses war es, der sich intensiv für die Verwirklichung einsetzte und bald viele Helfer fand.
Standen nach dem Ersten Weltkrieg noch fünf Holztafeln mit den Namen der gefallenen Soldaten im Schulgebäude, fand man gleich nach dem Zweiten Weltkrieg ein geeignetes Grundstück in den ehemaligen Schloßparkanlagen von Haus Mehrum, auf dem sogenannten Rosenberg. Hier wurde zunächst das Ehrenmal notdürftig errichtet. Es bestand aus einem schlichten Stein und Holztafeln mit den Namen der Gefallenen und Vermißten.
Durchgeführte Sammlungn zeigten ein erfreuliches Ergebnis. Als auch die Gemeinde Voerde noch einen Betrag zur Verfügung stellte, war das Projekt gesichert. Die Mehrumer opferten viele Stunden ihrer Freizeit, um die Arbeiten für die neue Gedenkstätte zu errichten. Sie erstellten selbst das Fundament für den Gedenkstein , errichteten Umzäunungen, legten eine Wasserleitung und führten unter fachmännischer Aufsicht der Gemeinde die gärtnerische Gestaltung durch. Somit konnte der 50 Zentner schwere Granitblock in den Maßen 1,60 x 1,70 Anfang November 1962 aufgestellt werden. Er wurde von der Steinmetzfirma Hilgert aus Dinslaken bearbeitet. Unter dem „Euch zu Ehre – Uns zur Mahnung“ stehen die Namen der im Ersten und Zweiten Weltkrieg Gefallenen und Vermissten.
Die Einweihung des Ehrenmals fand am Volkstrauertag, Sonntag, den 18.11.1962 unter großer Beteiligung der Dorfbewohner statt. Die Festrede hielt der Vorsitzende des Bürgerschützenvereins Heinrich Biefang.
Außer ihm sprachen auch Brügermeister Schmitz, Pastor Stascheidt und die Frau des verstorbenen Landrats und ehemaligen Mehrumer Lehrers Hermann Breymann. Die Feier wurde umrahmt mit Liedvorträgen des Männergesangvereins „Germania“ Mehrum, sowie der Kapelle Beuger und dem Spielmannszug „Rheingold“ Mehrum.
Im Jahre 1984 wurde der Zugang zum Ehrenmal gepflastert und in der Anlage neue Ruhebänke aufgestellt. Die Pflege und Unterhaltung wurde von einzelnen Nachbarschaftsgruppen übernommen.
Heute hat die Gilde Mehrum diese Aufgabe übernommen.
In diesem Zusammenhang sei noch erwähnt, dass die Firma Hülskens den Mehrumern das Grundstück pachtfrei zur Verfügung stellte. Zwischen der Firma und unserem Dorf, sowie unserem Schützenverein besteht seit Jahren eine enge Verbundenheit.
Bei den alle zwei Jahre stattfindenden Schützenfesten wird, bevor die Schützen zum Schießstand marschieren, zuerst am Ehrenmal der in den beiden Weltkriegen gefallenen Dorfangehörigen gedacht. Alljährlich am Volkstrauertag legt der Bürgerschützenverein in Vertretung der Dorfgemeinschaft einen Kranz nieder.

Haus Mehrum
Das Ehrenmal heute


